In Myanmar ist das Leben für Christen oft von großen Herausforderungen geprägt. In dem mehrheitlich buddhistischen Land ist die religiöse Zugehörigkeit eng mit Identität, Gemeinschaft und sozialem Status verbunden. Wer seine Religion verlässt und Jesus nachfolgt, muss mit Ablehnung, Ausgrenzung und teils harter Bedrängung rechnen. Als buddhistischer Mönch spielte U La Pu Chay eine angesehene Rolle in seinem Heimatdorf. Er war geliebt und geschätzt und widmete sein Leben der Meditation: „Ich war überzeugt, mit dem Buddhismus auf dem richtigen Weg zu sein“, sagt er. Seine Stellung in der Gemeinschaft gab ihm Selbstvertrauen: „Ich war stolz und glaubte, ein gutes und ehrenhaftes Leben zu führen. Gleichzeitig blickte ich herablassend auf Menschen anderer Religionen, besonders auf Muslime und Christen“, erinnert sich U La Pu Chay.
Ein Mönch wird Christ
Alles veränderte sich, als U La Pu Chay eines Tages einem Christen begegnete, der ihm von Jesus erzählte. Anfangs wollte er nur Fehler im Glauben des Mannes finden. Doch der Christ blieb geduldig, beantwortete seine Fragen respektvoll und erklärte ihm das Evangelium in Ruhe. Obwohl U La Pu Chay kritisch blieb, begannen die Worte aus dem Evangelium, sein Herz zu bewegen: „Ich merkte, dass ich im Buddhismus weder die Wahrheit noch eine Antwort auf die Frage nach Erlösung fand. Das beunruhigte mich“, sagt U La Pu Chay. Je mehr er über die Worte aus dem Evangelium nachdachte, desto stärker stellte er den Buddhismus infrage. Eine tiefe Sehnsucht wuchs in ihm, Jesus als seinen persönlichen Retter anzunehmen. Gleichzeitig kämpfte er mit der Angst: „Wie werden andere Buddhisten reagieren? Werden sie mich verfolgen und verstoßen?“
„Eine tiefe Sehnsucht wuchs in ihm, Jesus als seinen persönlichen Retter anzunehmen.“
Eine Entscheidung mit Folgen
Monatelang rang U La Pu Chay mit sich. „Den Buddhismus zu verlassen bedeutete, meine Identität, meinen Respekt und meine Lebensgrundlage zu verlieren.“ Doch der Ruf Gottes wurde immer stärker. Im September 2025 traf er schließlich eine Entscheidung: Er nahm Jesus als seinen Herrn an. „Ich wollte Jesus folgen – egal, welchen Preis es mich kosten würde“, sagt U La Pu Chay.
Die Entscheidung hatte unmittelbare Folgen. „Mein Leben ist seither voller Anfechtungen und Herausforderungen“, sagt er. Seine Eltern und Verwandten brachen den Kontakt zu ihm ab. Einige buddhistische Mönche drohten ihm und versuchten, ihn zum Buddhismus zurückzubewegen. Sie sagten zu ihm: „Wenn du den Buddhismus verlässt, bist du ein Verräter an deiner Familie und deiner Religion, du lehnst dann deine Kultur und deine Gemeinschaft ab.“ Dann forderten sie U La Pu Chay auf, Jesus zu verleugnen, aber er ließ sich nicht entmutigen, seinen Weg weiter an der Hand Jesu zu gehen.
„Ich habe einen unbeschreiblichen Frieden, den ich vorher nicht kannte – und vor allem habe ich Heilsgewissheit. Denn ich weiß: Jesus hat mein Leben mit seinem Blut erkauft. Ich habe etwas Größeres als vorher – ein neues Leben, lebendige Hoffnung und einen Retter, der mein Herz verändert hat.“ Heute lebt U La Pu Chay als Zimmermann und erzählt anderen Buddhisten von Jesus: „Ich liebe es, meine Auferstehungshoffnung mit anderen Menschen zu teilen.“
Aus der Einsamkeit zur Gemeinschaft
Das Leben der Muslima Daw Aung Thar Ma in Myanmar war schon früh von Schwierigkeiten gekennzeichnet. Daw Aung Thar Ma wuchs in einem Umfeld auf, das von Spannungen zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften geprägt war. Nach dem Tod ihres Mannes musste sie allein für ihre Kinder sorgen, arbeitete als Schneiderin und lebte oft von der Hand in den Mund. „Unser Leben war voller Einsamkeit, Unsicherheiten und gesellschaftlicher Ausgrenzung“, erinnert sie sich. „Ich empfand es als Last.“
Weihnachten – eine neue Hoffnung
Auf einer Weihnachtsveranstaltung lernte sie einen Pastor kennen und erlebte dort etwas völlig Neues: „Christen mit unterschiedlichen religiösen Hintergründen feierten friedlich zusammen ihren Jesus. Ich sah keine Trennung, sondern Einheit, keine Angst, sondern echte Fürsorge und Liebe. Den Respekt, den sie auch mir entgegenbrachten, berührte mein Herz tief. Zum ersten Mal fühlte ich mich wirklich angenommen.“ Begeistert von der lebensverändernden Kraft des Evangeliums, wollte Daw Aung Thar Ma mehr über Jesus wissen. Mit Hilfe der Gemeinde besuchte sie in den folgenden Monaten christliche Seminare, um das Evangelium zu verstehen. Sie erkannte, dass Jesus für alle Menschen gekommen ist – unabhängig von Herkunft oder Vergangenheit. „Ich verstand: Ich bin eine Sünderin und brauche einen Retter“, sagt sie. Am Ende dieser Seminare nahm sie Jesus als ihren Herrn an.
Ablehnung als Teil des Glaubens
Auch für Daw Aung Thar Ma blieb der Weg nicht leicht. Freunde wendeten sich ab, Menschen verspotteten sie, und ihre Gemeinschaft schloss sie aus. „Ich werde sehr oft von den örtlichen Behörden und einigen fanatischen Muslimen damit bedroht, vertrieben zu werden, wenn ich weiterhin Jesus treu verkündige. Einige Kunden meiden meine Schneiderei, seitdem sie wissen, dass ich Christin bin“, sagt Daw Aung Thar Ma. „Doch selbst im Leid finde ich Kraft und Trost in der Bibel: ‚Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen.‘ (Matthäus 5,11) Diese Worte erinnern mich daran, dass ich nicht die Einzige bin, die leidet und dass mein Leiden einen Sinn hat“, sagt sie. Heute lebt Daw Aung Thar Ma ein einfaches, aber erfülltes Leben. „Ich bereue es keine Sekunde, mich für Jesus entschieden zu haben.“
Bitte beten Sie,
für unsere Geschwister in Myanmar, dass sie trotz Diskriminierung und Christenverfolgung mutig an Jesus festhalten und ihn bezeugen.