Vergebung statt Hass

Syrien Aufmacher 26

Auch mehr als ein Jahr nach dem offiziellen Ende des Krieges sind Christen in Syrien weiterhin massiver Gewalt, Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt. Am 22. Juni 2025 wurde diese Lebensrealität brutal sichtbar. Während eines Gottesdienstes in der Mar-Elias-Kirche eröffnete ein Terrormitglied des „Islamischen Staates“ das Feuer auf die gläubigen und zündete einen Sprengsatz: Über 20 Menschen starben, mehr als 50
wurden schwer verletzt – eine gezielte Attacke auf die ohnehin angegriffene Gemeinde Jesu Christi.

Abseits solcher Anschläge bleibt das Leben für Christen gefährlich. In as-Suwaida, einem Siedlungszentrum der syrischen Drusen, eskalierte kurz nach diesem Anschlag die Gewalt. Sowohl bewaffnete Milizen als auch die syrische Armee griffen die drusische Bevölkerung an. Vor allem Christen mit drusischem Hintergrund standen unter Beschuss. Viele flohen aus ihren Häusern und leben bis heute in ständiger Angst – ohne Schutz vonseiten der Regierung und ohne jegliche Perspektive.

Aufgewachsen zwischen den Religionen

An genau diesem Umfeld aus Bedrohung, Unsicherheit und Verfolgung lebt und glaubt Dalia. Sie wurde in eine drusische Familie geboren und verbrachte ihre ersten sechs Jahre in Spanien, wo ihre Eltern studierten. In dieser Zeit lebte die Familie bei einer katholischen Ordensschwester. Die kümmerte sich während der Vorlesungen der Eltern um Dalia und brachte ihr den christlichen Glauben nahe. Rückblickend sagt Dalia: „Ich wusste damals nicht, was das alles bedeutet, aber ich wusste, dass bei Jesus Frieden war“. Nach dem Studium kehrten Dalias Eltern mit ihr zurück nach Syrien. Das Leben in der drusischen Gemeinschaft in as-Suwaida veränderte sich grundlegend. Ihre Eltern waren streng und hart. Ihr Leben war geprägt von Angst, Anspannung und seelischem Druck, was Dalias Werdegang nachhaltig beeinflusste.

Dalias Ehe war schwierig, auch die Beziehung zu ihren Eltern war nicht gut. Auf der Suche nach innerem Frieden versuchte Dalia es mit Yoga. Doch eine tiefe Leere blieb. Etwas entscheidendes fehlte ihr im Leben. Obwohl sie in ihrer Kindheit oft von Jesus gehört hatte, erkannte sie ihn nicht als Gott, sondern nur als Prophet. Dennoch trug sie ein Kreuz bei sich und betete zu ihm: „Ich habe mit ihm geredet, als würde er mich wirklich hören“, erzählt sie.

„Deshalb habe ich mich entschieden, Jesus zu folgen.“

Begegnung mit Jesus im Traum

Mit 45 Jahren veränderte sich Dalias Leben für immer. Eines Nachts hatte sie einen Traum: „Jesus weidete mich wie ein Hirte sein Schaf auf einer grünen Wiese. Er schützte mich und hielt böse Menschen von mir fern.“ Als sie aufwachte, wusste sie sofort: „Das war kein normaler Traum“, sagt Dalia. Zur selben Zeit beuchte sie eine drusische Freundin. Die Freundin erklärte ihr: „Ich glaube, dass Jesus Gott ist und auch du kannst an ihn glauben.“ In diesem Moment wurde Dalia klar, was ihr Traum bedeutete: Jesus hatte sie eingeladen, ihm nachzufolgen. „Ich erkannte plötzlich: Jesus ist nicht nur ein Weg – er ist der Weg. Es war genau das, wonach ich mein ganzes Leben gesucht hatte.“ Noch am selben Tag nahm Dalia Jesus als ihren Herrn an.

Der Preis der Nachfolge

Doch ihr Hauskreis blieb nicht unentdeckt. Jemand meldete ihre Treffen den Behörden. Eines Abends, während des gemeinsamen Gebets, stürmten Beamte die Versammlung. Sie beschlagnahmten Bibeln, Laptops und persönliche Dinge und nahmen alle Anwesenden mit aufs Revier. Farahs Ehemann Vahid wurde für eine Woche ins Gefängnis gesteckt. Die anderen wurden verhört, bedroht und gegen Kaution freigelassen. „Das war extrem belastend – wie ein Albtraum. Ich war im siebten Monat schwanger und Farah hatte gerade ein neugeborenes Baby“, erinnert sich Tahmina.

Auch Pastor Saiar, durch den sie alle nacheinander zum Glauben gefunden hatten, geriet ins Visier der Behörden. Da sie aber keine Beweismittel gegen ihn fanden, konnten sie ihn nicht festnehmen. Von da an standen sie unter ständiger Beobachtung. Sie mussten ihren Hauskreis einstellen, konnten das Evangelium nicht mehr weitergeben. Auch am Arbeitsplatz wurden sie unter Druck gesetzt, ihrem Glauben abzuschwören. Selbst Familienangehörige wandten sich aus Angst um ihren eigenen Ruf ab. Mehrfach versuchten die Familien, den Iran zu verlassen – doch alle Versuche scheiterten.

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Zerschlagener Frieden und vorsichtiger Neuanfang

„Wir verkauften unsere Häuser und zogen aus Sicherheitsgründen mehrmals um“, erzählt Tahmina. Dennoch hielten sie im Verborgenen weiterhin Gebetstreffen ab. Das ständige Umziehen und ein Leben in Angst zehrten an ihren Kräften. „Wir hielten zwar an Jesus fest, doch unseren Frieden hatten wir verloren“, so Tahmina. „Der Druck führte zu Spannungen, die sich auf unsere Ehen und unsere Gemeinschaft auswirkten.“

Jahre später, während der weltweiten Coronapandemie, kehrten sie in ihr Heimatdorf zurück, wo sich bessere Arbeitsmöglichkeiten boten. Ihre frühere Hauskirche existierte zwar nicht mehr, doch Gott öffnete eine neue Tür. Sie fanden Anschluss an eine Gemeinde und erfuhren geistliche Begleitung durch andere Christen. „Für uns war das ein großer Segen in dieser schweren Zeit“, sagt Tahmina.

Leben mit anhaltender Angst und neuer Hoffnung

Die Angst vor einer erneuten Festnahme ist bis heute geblieben. Vahid arbeitet im staatlichen Sektor und wird regelmäßig vorgeladen. Sein Arbeitgeber überprüft, ob er an christlichen Aktivitäten beteiligt ist. Dieser anhaltende Druck und die Unsicherheit belasten das Familienleben stark.

Und dennoch bleibt Hoffnung: „Wir beten, dass wir wieder so brennend im Glauben werden wie am Anfang. Unsere Sehnsucht ist, dass diese Angst der Kraft und Freiheit in Jesus weicht“, sagt Tahmina.

Auch Ebi und Mahsa haben einen langen Weg des Glaubens und Leidens hinter sich. Vor 15 Jahren gaben sie ihr Leben Jesus. „Zwei Jahre später weihten wir unser Leben auf einer Konferenz in der Türkei erneut Jesus“, erzählt Mahsa. Zurück im Iran verkündeten sie voller Eifer das Evangelium. Viele Familienmitglieder und Freunde fanden zum lebendigen Glauben an Jesus. In einem Kellerraum ihrer Mutter feierten sie ihre Gottesdienste – voller Wunder, voller Freude, ohne Furcht.

Doch dann wurden sie zur Zielscheibe von Angriffen. Eine Bekanntschaft wurde ihnen zum Verhängnis: Auf einer Konferenz in der Türkei erhielten sie die Telefonnummer einer angeblichen Christin, die Hilfe brauchte. „Mein Betreuer warnte mich, aber ich hörte nicht auf ihn“, erinnert sich Mahsa. Nach ihrer Rückkehr in den Iran wurden Mahsa und ihr Mann verhaftet – auch viele andere aus ihrem Umfeld.

Gefangenschaft, Folter und zerbrochenes Leben

Zwar kamen sie wieder frei. Doch die Behörden behielten sie im Auge. Am 18. November 2014 stürmten Beamte mehrere Häuser: Ebi und Mahsa wurden erneut verhaftet. Tage in Einzelhaft folgten, begleitet von Verhören sowie psychischer und körperlicher Folter. Nach ihrer Freilassung war nichts mehr wie zuvor. Ihre Beziehungen zerbrachen, Gerüchte verbreiteten sich und Mahsa verlor ihre Arbeit. Gerichtliche Strafen, Druck, Angst und gesundheitliche Folgen bestimmten ihr Leben. „Manchmal dachte ich, es sei das Ende meines Lebens. Ich hatte Angst, dass die Behörden jeden Moment kommen und mich töten würden. Ich wurde richtig krank und litt unter vielen psychosomatischen Symptomen“, sagt Mahsa.

Von lähmender Angst zu neuer Freiheit

Trotz aller Strapazen blieb Mahsa fest an Jesus dran. Sie begann, wieder zu beten und Gottes Wort zu lesen. Schritt für Schritt überwand sie die Angst. Durch Gebete und Gemeinschaft fand sie Kraft und inneren Halt. Auch Tahmina und ihre Schwestern erleben, dass sie in einer Zeit großer Bedrängnis im Glauben wachsen können. Ihre Zeugnisse zeigen: Der Glaube bleibt auch unter Druck lebendig. Jesus trägt durch Verlust, Verfolgung und Angst.

Bitte beten Sie

für unsere Glaubensgeschwister im Iran, dass sie in dieser schweren Zeit nicht den Mut verlieren, Jesus treu nachzufolgen und trotz der schlimmen Zustände im Land ihren inneren Frieden behalten.

Abzugsfähigkeit

Gut zu wissen

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Spendengrundsätze

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  • Die Hilfsaktion Märtyrerkirche finanziert sich ausschließlich durch Spenden. Der Verein erhält weder öffentliche Fördergelder noch sonstige Drittmittel.
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  • Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat die HMK mit „geprüft und empfohlen“ ausgezeichnet.
Selbst Zeuge Sein

Selbst Zeuge sein

Die HMK veröffentlicht persönliche Erlebnisse verfolgter Christen. Denn sie berichten von der Gnade Gottes. Dadurch werden Christen im Westen zu Hingabe in der Nachfolge Jesu und zum eigenen, mutigen Zeugnis herausgefordert.

Verfolgung Biblisch Einordnen

Verfolgung biblisch einordnen

Die Erfahrungen verfolgter Christen und ihr Zeugnis lassen uns einen neuen und klareren Blick auf biblische Wahrheiten gewinnen. Wir lernen von den Verfolgten, dass Leiden zum Christsein gehört, weil auch Jesus gelitten hat. Wir sehen, wie Gott in diesem Leiden trägt.

Die biblische Sicht von Verfolgung wollen wir als Herausforderung und Ermutigung im deutschsprachigen Raum weitergeben.

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Die Hilfsaktion Märtyrerkirche unterstützt mit den Spenden, die ihr anvertraut werden, weltweit Projekte zur Hilfe für verfolgte Christen. Sie arbeitet dabei zusammen mit Partnern vor Ort.

Bereiche der Projektarbeit sind Soforthilfe, Überlebenshilfe, Medizinische Hilfe, Kinderhilfe, Wiederaufbau, Rechtsbeistand, Ausbildung, Evangelisation und Hilfe zur Selbsthilfe.

Mission Staerken

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Die HMK stärkt die missionarischen und diakonischen Bemühungen verfolgter Christen. Dadurch ermöglichen wir Christen in Bedrängnis, anderen in Wort und Tat die Liebe Christi zu zeigen – manchmal auch ihren Verfolgern.