Kham Las Gesicht strahlt, als er an den Tag im Jahr 2011 zurückdenkt, an dem sein Leben mit Jesus begann. „Nachdem ich Christ geworden war“, sagt er mit einem Lächeln, „hatte ich Freude in meinem Leben.“
Seine Umstände hatten sich nicht verändert. Seine Familie lebte weiterhin von dem Wenigen, was er durch den Verkauf von Chilischoten und Reis verdiente. Aber durch Jesus wurde er von Krankheit geheilt und frei vom angstmachenden Geisterglauben. Und er wurde ein mutiger Zeuge für Jesus Christus. Überall in seinem Dorf und auf dem Markt erzählte Kham La von Jesus und davon, wie er zum Glauben gekommen war; die Leute waren sehr interessiert und wollten mehr wissen.
Der Druck macht ihn stärker
Die Verfassung von Laos garantiert das Recht, eine eigene Religion zu wählen und nicht nur die traditionellen Weltanschauungen zu praktizieren, aber viele Laoten, vor allem auf Regierungsebene, sehen im christlichen Glauben eine ausländische Religion und ein Werkzeug des Westens, um das kommunistische Regime zu unterminieren.
So wurde Kham La schon kurz, nachdem er Christ geworden war, von den lokalen Behörden unter Druck gesetzt. Sie verlangten von ihm, seinem Glauben abzuschwören oder aber sein Dorf zu verlassen. Jeden zweiten Monat musste er sich bei der Polizei melden und wurde immer wieder gedrängt zu unterschreiben, dass er nicht mehr Christ sein würde. Nachdem Kham La drei Jahre lang nicht unterschrieben hatte, änderten die Behörden ihre Taktik. „Die Polizei beobachtete mich, und wenn sie bemerkten, dass ich das Dorf verlassen wollte, sperrten sie die Straße“, sagte Kham La. Sie hofften, ihn auf diese Weise daran hindern zu können, in der Öffentlichkeit vom Evangelium zu erzählen. Die Menschen in den Dörfern ringsum wurden vor Kham La gewarnt – aber das bewirkte eher das Gegenteil: „In diesen Dörfern kennen jetzt so viele Menschen Jesus durch die Polizei“, erzählte Kham La, weil die Menschen dadurch erst neugierig gemacht wurden, was es mit ihm auf sich hatte.
„In diesen Dörfern kennen jetzt so viele Menschen Jesus durch die Polizei.“
Obwohl der zunehmende Druck nicht einfach für ihn und seine Familie war, wurde er dadurch nur noch gewisser im Glauben. Glaubensgeschwistern, die unsicher waren, bot er an, dass sie in schwierigen Situationen gern auf ihn verweisen könnten. „Ich sagte ihnen: ‚Sagt den Polizisten, dass ihr Jesus durch mich kennengelernt habt. In Jesu Namen würde ich auch für euch ins Gefängnis gehen.“ Seine einzige Bedingung war, dass sie treu bleiben und Jesus nicht verleugnen sollten.
Eine folgenreiche Einladung
Am 8. August 2022 erhielt Kham La eine „Einladung“ für ein Treffen in der Polizeistation. Als er und einer seiner Söhne dort ankamen, wurde sofort klar, dass es sich nicht um ein Gespräch handelte. Ohne irgendeine Erklärung wurde Kham La in eine winzige fensterlose Zelle eingesperrt.
Vier Tage später wurde er verhört und musste über seine Reisen in verschiedene Dörfer und seine Treffen mit anderen Christen berichten. Danach wurde er in ein größeres Gefängnis gebracht und in eine Zelle mit 61 Insassen gesperrt – ohne überhaupt erfahren zu haben, was eigentlich die Anklage gegen ihn war. Die Insassen merkten schnell, dass Kham La irgendwie anders war als sie, und ihre Fragen eröffneten ihm die Möglichkeit, auch hier über seinen Glauben zu reden. Die Gefängniswärter waren instruiert worden, Kham La besonders im Blick zu behalten, falls er anfangen würde zu evangelisieren. Ein Wärter machte ihn darauf aufmerksam, dass er dafür zu einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren verurteilt werden könnte. Kham La antwortete ihm ruhig: „Zwei Jahre oder fünf, ich überlasse das Gott, denn mein Gott weiß alles.“ Danach betete er und erzählte weiter von Jesus.
In laotischen Gefängnissen müssen die Familien der Gefangenen für die täglichen Mahlzeiten sorgen. Weil Kham La aber keinen Kontakt zu seiner Familie haben durfte, hatte er sehr wenig Essen, täglich nur eine kleine Portion Reis und übriggebliebene Essensreste der Mitinsassen. Dadurch verlor er an Gewicht und wurde sehr schwach. Kham La war sehr dankbar, dass sein Sohn ihn auf die Polizeistation begleitet hatte an dem Tag, als er verhaftet wurde. „Wäre mein Sohn nicht mitgekommen“, sagt er, „hätten sie mich sofort in die Hauptstadt gebracht.“ Einige Christen, die ohne Zeugen festgenommen worden waren, tauchten nie wieder auf. Während Kham La im Gefängnis war, arbeitete seine Familie fieberhaft daran, ihn zu finden und Rechtsbeistand für ihn zu organisieren. Über einen Missionar gelang es ihnen, Kham Las Aufenthaltsort ausfindig zu machen.
Nach drei Wochen im Gefängnis konnte Kham La endlich seine Familie wiedersehen. Und er erfuhr, was überhaupt hinter seiner plötzlichen Verhaftung gesteckt hatte: Im Grunde ging es um eine Geldstrafe von 25 Euro, über die er nicht informiert worden war und deshalb nicht bezahlt hatte. Als herauskam, welche Lappalie seiner Verhaftung zugrunde lag und wie falsch die Polizei reagiert hatte, bekam es die Gefängnisdirektion mit der Angst zu tun – die Beamten wussten, dass Kham La sie und die lokalen Behörden, die ihn festgenommen hatten, anzeigen könnte. Daraufhin kam es zu einem großen Wirbel an bürokratischen und gerichtlichen Vorgängen – und nach einer Woche war Kham La wieder auf freiem Fuß.
Es war eine gute Erfahrung
Kham Las Familie erzählte ihm von den Hilfsangeboten der christlichen Geschwister während seiner Abwesenheit, aber auch, dass einige Christen besonders unter Druck gesetzt worden waren. Die Polizei hatte den Christen nach seiner Festnahme angedroht, dass ihnen das Gleiche zustoßen würde, wenn sie nicht aufhörten, an Jesus zu glauben.
Danach gefragt, ob er diejenigen nicht anzeigen wollte, die ihn unrechtmäßig verhaftet hatten, sagte er: „Ich habe das an Gott abgegeben. Ich werde sie nicht anzeigen.“ Auf diese Art und Weise kann er mit den lokalen Polizeibeamten im Gespräch bleiben. Obwohl sie ihn und andere Christen bedrohen, lädt er sie zu christlichen Festen ein und lässt sie wissen, dass Christen für sie und ihr Wohlergehen beten.
Kham La betet auch immer noch für die 61 Männer, die seine Gefängniszelle mit ihm geteilt hatten. Er glaubt, dass sie alle die Chance gehabt haben, das Evangelium zu hören. „Gott sei Dank wurde ich verhaftet“, sagt er. „Mir hat das nicht so viel ausgemacht, sondern ich bin ganz froh darüber. Gott hat mir eine gute Erfahrung im Gefängnis geschenkt.“
Bitte beten Sie mit Kham La
für die 61 Mitinsassen beten – und für all die anderen Menschen, die durch ihn von Jesus gehört haben.