Gott trägt durch schwere Zeiten

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Mitten im Dschungel Zentralindiens liegt eine kleine Siedlung, die die Menschen „Kirchenvolk-Dorf “ nennen. Einige einfache Hütten, ein paar Familien, etwas Vieh – und im Mittelpunkt ein bescheidenes Kirchengebäude aus Lehm und Stroh. Die Erfahrungen mit Verfolgung, die die Gemeinde und ihr Pastor machen, erinnern an Jesu Versprechen in Matthäus 16,18: „Auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“

Vor der Kirche sitzt Pastor Philip mit den erwachsenen Gemeindemitgliedern zusammen. Voller Freude spricht Philip über Gottes Treue. Sie reden darüber, wie Verfolgung und Leid sie nicht gebrochen, sondern zu einem starken Zeugnis für die Menschen gemacht haben, die sie einst aus ihrer Heimat vertrieben. 2013 mussten Philip und seine Gemeinde wegen ihres Glaubens ihre frühere Heimat verlassen. In vielen Regionen Indiens stehen Christen unter erheblichem Druck – seit Premierminister Narendra Modi einen hindu-nationalistischen Kurs verfolgt. Mehrere Bundesstaaten haben strengere Anti-Konversionsgesetze eingeführt und die christliche Arbeit dadurch erschwert. Besonders in abgelegenen ländlichen Gebieten fühlen sich hinduistische Radikale durch diese Gesetze ermutigt, Christen zu bedrohen, anzugreifen oder zu enteignen, um sie zur Rückkehr zum Hinduismus zu bewegen.

Ein Pastor, der mit Philip befreundet ist, berichtet, dass 2025 fünf seiner christlichen Mitarbeiter getötet wurden. Diese Gewalttaten und Gefahren sind für viele Christen, vor allem für Pastoren wie Philip, Lebensrealität. Dennoch sind sie bereit, diesen Preis zu zahlen, allein weil sie Jesus treu bleiben wollen.

Vertreibung – Preis der Nachfolge

2013 zog Philip in eine Gegend, in der es noch keine Christen gab. Er hatte eine klare Vision: Er wollte dort das Evangelium verkünden, damit Jesus noch viele Menschen retten konnte. Der erste Dorfbewohner, der zum lebendigen Glauben an Jesus kam, war ein angesehener Anführer der Naxaliten, einer marxistischen Rebellengruppe. Bald folgten weitere Menschen seinem Beispiel, und nach und nach entstand eine kleine christliche Gemeinde. Doch die neuen Gläubigen gerieten ins Visier hinduistischer Radikaler.

Je mehr Menschen zum Glauben kamen, desto stärker formierte sich Widerstand. Die Gläubigen wurden angegriffen, geschlagen und aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen.

Die nächsten zehn Jahre waren geprägt von Druck, Einschüchterung und Angst. 2023 erreichte die Verfolgung einen neuen Höhepunkt. Eine Gruppe bewaffneter Männer zerstörte das Kirchengebäude und stellte die Christen vor eine schwere Entscheidung: Sie sollten Jesus abschwören und zum Hinduismus zurückkehren – oder ihre Heimat verlassen. Einige der Gemeindemitglieder gaben dem Druck nach. Andere Familien wiederum entschieden sich, bei Jesus zu bleiben, verließen jedoch ihr Dorf und zogen direkt nebenan in den Dschungel, um dort ein neues Leben zu beginnen.

Wir hatten keinen Ort mehr, an dem wir Gott anbeten konnten. Deshalb haben wir als Erstes eine Kirche gebaut.

Gottes Versorgung in der Not

Das Erste, was sie taten, war, ein Stück Land zu kaufen und eine Kirche zu bauen. „Wir hatten keinen Ort mehr, an dem wir Gott anbeten konnten. Deshalb haben wir als Erstes eine Kirche gebaut“, sagt Philip. Seitdem trifft sich die kleine Gemeinde täglich zum Gebet und zum Bibellesen. „Wir sind jetzt alle sehr glücklich hier und möchten diesen Ort nicht mehr verlassen“, sagt Philip. Die ersten Monate in der neuen Umgebung waren schwierig. „Hier gab es nichts außer Bäumen“, erinnert sich Phillip. Die Familien mussten Land roden, Unterkünfte errichten und Felder anlegen. Dennoch erlebten sie von Anfang an Gottes Versorgung. Sie bekamen finanzielle Hilfe und Unterstützung von christlichen Gemeinden weltweit. Besonders belastend war die Wasserversorgung. Um Wasser zu holen, mussten sie fast anderthalb Kilometer zu einem verschmutzten Brunnen laufen. Dort begegneten sie regelmäßig Menschen aus dem Dorf, aus dem sie vertrieben wurden. Spott, Einschüchterungen und Anfeindungen gehörten zum Alltag. Doch durch die Unterstützung von Glaubensgeschwistern konnte schließlich ein eigener Brunnen gebaut werden. Seitdem verfügt die kleine Gemeinschaft über eigenes sauberes Trinkwasser direkt am Rand der Siedlung. „Denn das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden und leiten zu den Quellen des lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen“, zitiert Philip voller Freude aus Offenbarung 7,17 während er die letzten Jahre Revue passieren lässt.

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Ein Leben im Vertrauen

Das Leben im Dorf bleibt bis heute herausfordernd. Lange Zeit gab es weder Strom noch sanitäre Einrichtungen. Nachts lag das Dorf in völliger Dunkelheit. Eines Nachts wurde ein siebenjähriger Junge von einer giftigen Schlange gebissen. Philip eilte sofort zur Hilfe und betete für das Kind. Wie durch ein Wunder überlebte der Junge den Biss und erlitt keinerlei Folgen durch das Gift. Für die Gläubigen war dies eine weitere Bestätigung, dass Gott sie beschützt und mit ihnen ist. „Das Leben hier ist sehr schwierig, aber Gott ist groß und trägt uns hindurch“, sagt Philip.

Der Leiter ihres früheren Dorfes erhob wiederholt Einspruch gegen ihre Nutzung von Land, Wegen und Wasserquellen. Zudem wurde den Kindern der Besuch der örtlichen Schule verweigert, sodass sie täglich einen Weg von fast 16 Kilometern zurücklegen mussten, um zu einer anderen Schule zu kommen.

Ein Zeugnis, das weiterwirkt

Obwohl Philip und seine Gemeindemitglieder ihr Heimatdorf verlassen mussten, sind die Verbindungen zu den Menschen der Umgebung nicht abgerissen. Immer wieder kommen ehemalige Nachbarn oder Verwandte in ihr neues Dorf. Manche suchen ein Wort der Ermutigung aus der Bibel, andere bitten um Gebet. Viele sind beeindruckt von dem Frieden und der Freude, die sie bei der kleinen Kirchengemeinde wahrnehmen. „Einige Menschen aus unserem ehemaligen Dorf sind zum Glauben gekommen“, berichtet Philip. „Wir verkünden das Evangelium. Und wenn jemand Hilfe sucht, beten wir für ihn.“

Eine von diesen Sinn- und Hilfesuchenden ist Jyothi. Ihre Familie hatte Jesus einst abgeschworen, um der Verfolgung zu entgehen. Doch sie selbst kehrte zum Glauben zurück und besucht das „Kirchenvolk-Dorf“ nun regelmäßig. „Jesus ist der wahre Gott“, sagt sie überzeugt. „Deshalb komme ich hierher, um ihn anzubeten.“

Die Bewohner teilen nicht nur ihr Wasser mit anderen, sondern auch ihren Glauben. Jeder, der kommt, ist willkommen. Gleichzeitig wissen sie, dass fast überall um sie herum Gefahr lauert. In vielen Regionen Indiens beobachten hindu-nationalistische Netzwerke die Aktivitäten von Christen und melden sie weiter. Solche Informationen führen immer wieder zu Einschüchterungen, Angriffen, Verhaftungen oder neuen Vertreibungen. Dennoch hält das „Kirchenvolk-Dorf“ unbeirrt an Jesus fest. Die Gemeindemitglieder haben ihre Häuser verloren, ihr Heimatdorf verlassen und vieles geopfert. Doch ihre Hoffnung haben sie nicht verloren. Mitten im Dschungel Zentralindiens geben sie weiterhin Zeugnis von Jesu Liebe – überzeugt davon, dass das Leben mit ihm wertvoller ist als alles, was Menschen ihnen geben oder nehmen können.

Bitte beten Sie

für Pastor Philip und seine Gemeinde, dass sie mit Jesus mutig und treu vorangehen und sich nicht einschüchtern lassen von den Drohungen der Verfolger.

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Selbst Zeuge Sein

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Die HMK veröffentlicht persönliche Erlebnisse verfolgter Christen. Denn sie berichten von der Gnade Gottes. Dadurch werden Christen im Westen zu Hingabe in der Nachfolge Jesu und zum eigenen, mutigen Zeugnis herausgefordert.

Verfolgung Biblisch Einordnen

Verfolgung biblisch einordnen

Die Erfahrungen verfolgter Christen und ihr Zeugnis lassen uns einen neuen und klareren Blick auf biblische Wahrheiten gewinnen. Wir lernen von den Verfolgten, dass Leiden zum Christsein gehört, weil auch Jesus gelitten hat. Wir sehen, wie Gott in diesem Leiden trägt.

Die biblische Sicht von Verfolgung wollen wir als Herausforderung und Ermutigung im deutschsprachigen Raum weitergeben.

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Die Hilfsaktion Märtyrerkirche unterstützt mit den Spenden, die ihr anvertraut werden, weltweit Projekte zur Hilfe für verfolgte Christen. Sie arbeitet dabei zusammen mit Partnern vor Ort.

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Die HMK stärkt die missionarischen und diakonischen Bemühungen verfolgter Christen. Dadurch ermöglichen wir Christen in Bedrängnis, anderen in Wort und Tat die Liebe Christi zu zeigen – manchmal auch ihren Verfolgern.