Der Missionsbefehl Jesu ist klar und unmissverständlich: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden“ (Mk 16,15). Wer Jesus glaubt, lässt sich rufen, taufen und senden, damit noch viele Menschen gerettet werden. Doch wer zum Glauben findet und das Evangelium weitersagt, muss damit rechnen, dass er ausgegrenzt, angefeindet und angegriffen wird – auch in Nepal.
Der Ruf Gottes erging mehrmals an Nagenndra aus Nepal. Als Teenager hörte er zum ersten Mal vom Evangelium. Missionare kamen in sein Dorf und verteilten Traktate, auch an ihn. Zwar las er darin, blieb aber innerlich auf Distanz. Eines Tages schenkte ihm dann sein Neffe eine Bibel. Je mehr Nagenndra darin las, desto stärker beeindruckte ihn die Person Jesu Christi. „Jesus hat niemanden getötet. Ganz im Gegenteil, er hat sein Leben am Kreuz gegeben“, dachte Nagenndra. Die Bibel wurde für ihn zu einem heiligen Buch. Und der Same war gesät. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis er keimen würde.
Der Durchbruch zum Glauben
Fünf Jahre später begegnete er einer Evangelistin im Dorf. Sie verteilte Bibeln an Kinder. Nagenndra tadelte sie dafür: „Geben Sie dieses Buch nicht einfach weiter. Es ist heilig“. Die Frau erkannte, dass Nagenndra noch nicht zum Glauben durchgebrochen war. Sie brachte ihn mit einer christlichen Gemeinde aus der Nähe in Kontakt. Dort hörte Nagenndra das Evangelium erneut. Diesmal erkannte er, dass Jesus Christus der Retter der Welt ist. Noch am selben Tag übergab er sein Leben Jesus. Nicht lange danach ließ Nagenndra sich taufen.
„Geben Sie dieses Buch nicht einfach weiter. Es ist heilig.“
Glaube unter Druck
Als er seiner Frau von seiner Entscheidung erzählte, reagierte sie mit Angst und Wut. In einem hinduistischen Dorf in Nepal ist Religion keine Privatsache. Ein Religionswechsel betrifft die ganze Familie. Seine Frau fürchtete die Reaktion der Dorfgemeinschaft: Ausgrenzung, Schläge oder sogar Vertreibung. „Wir haben unsere eigenen Götter. Warum hast du unsere Religion verlassen?“ fragte sie verzweifelt. Aber Nagenndra blieb standhaft: „Ich habe mein Leben ganz Jesus übergeben.“
Die Spannungen im Haus nahmen zu. Seine Frau gab ihm die Schuld für die finanziellen Schwierigkeiten. Um die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen, zog sich Nagenndra abends in eine Hütte auf seinem Feld zurück. Dort verbrachte er die Nächte im Gebet.
Doch die Befürchtungen seiner Frau erfüllten sich. Einige Dorfbewohner bedrohten ihn, weil er die frohe Botschaft verbreitete. Dann schlossen sie ihn und seine Familie aus der Gemeinschaft aus. Aber Nagenndra blieb Jesus treu. Auf dem Markt, seinem kleinen Geschäft oder im Dorf erzählte er weiterhin von Jesus. Und Gott segnete Nagenndra mit einer außergewöhnlich guten Ernte. Er konnte seine Schulden begleichen und für die Schulbildung seiner Kinder sorgen. Für ihn war das ein Zeichen von Gottes Treue und Fürsorge. Nagenndra gibt nicht auf. Er hofft, dass auch seine Frau eines Tages erkennt, wer Jesus wirklich ist.
Nicht nachlassen im Gebet
Die Bibel ermutigt uns an vielen Stellen, im Gebet nicht nachzulassen. Eine, die nicht aufgab, war die kanaanäische Frau, von der wir in Matthäus 15 lesen können. Sie klammerte sich an Jesus, als ihre Tochter krank war und erlebte Jesu Hilfe. Ähnliches hat auch Anu Dani aus Nepal erfahren. Früher war sie Sadhvi, eine hinduistische Asketin. Sie hatte der Welt entsagt und lebte nur noch für den Götzen Shiva. In ihrem Umfeld hielten viele Menschen sie für eine besonders heilige Frau. Anu Dani war eine Wahrsagerin und betete für Heilung.
Doch dann wurde ihre Tochter schwer krank. Schmerzende Knoten und eitrige Beulen bedeckten ihren Körper. Weder Priester noch Heiler oder Ärzte konnten helfen. In ihrer Verzweiflung suchte Anu Dani eine Kirche auf – für sie der letzte Ausweg aus ihrer hoffnungslosen Situation. Als sie die Kirche betrat, spürte sie eine Hoffnung, die sie so nicht kannte. Die Gemeinde betete und während des Gebets verschwanden die Symptome ihrer Tochter. Für Anu Dani war klar: Dieser Gott lebt. Sie entschied sich, Jesus nachzufolgen. Zurück zu Hause erzählte sie ihrem Mann Prakash alles und sagte entschlossen: „Ich werde ab jetzt immer in die Kirche gehen.“ Ihr Mann begleitete sie zunächst.
Doch die Familien reagierten mit Unverständnis. „Deine Tochter ist doch jetzt gesund. Warum musst du noch in die Kirche gehen?“, argumentierten sie. Vor allem Prakashs Familie kritisierte ihn heftig. Als ältester Sohn war Prakash verpflichtet, hinduistische Rituale zu vollziehen. Schließlich kehrte er zunächst zum Hinduismus zurück.
Anu Dani stand vor einer schweren Entscheidung. Sollte sie ebenfalls zum Hinduismus umkehren oder bei Jesus bleiben? Durch Gottes Gnade blieb sie standhaft, auch als sie aus dem Haus geworfen wurde. Ihr Pastor nahm sie auf und ermutigte sie, für ihren Mann zu beten. Eine Woche später erschien Prakash in der Kirche – entschlossen, Jesus nachzufolgen. Kurz darauf ließen sich beide taufen.
Ausgrenzung und neue Gemeinschaft
Als die Dorfgemeinschaft davon erfuhr, reagierte sie heftig: Man nahm Anu Dani und Prakash ihr Land weg, verwehrte ihnen den Zugang zum Brunnen und verweigerte ihrer Tochter den Schulbesuch. Als Christen galten sie nun als „unrein“. Doch sie blieben nicht allein. Ihre Gemeinde half beim Bau eines eigenen Brunnens, unterstützte sie mit einem kleinen Haus und einigen Ziegen. „Es war eine sehr schwere Zeit, aber sie hat meinen Glauben gestärkt. Was auch geschieht, selbst wenn ich das Dorf verlassen muss, werde ich Jesus nicht verlassen“, sagt Anu Dani.
Bitte beten Sie,
dass Nagenndra, Anu Dani und Prakash die frohe Botschaft mutig weitergeben und der Same des Evangeliums auf fruchtbaren Boden fällt und reiche Frucht bringt, hundertfach.