Die Leiden der Gemeinde Jesu

Benin1 Aufmacher 26

Pastor Victor Adamou berichtet über die Ereignisse an Heiligabend 2023: „Polizisten kamen ohne Vorwarnung in die Stadt und nahmen Gemeindeleiter und Pastoren fest. Ich predigte an diesem Abend in einer anderen Gemeinde und hörte erst später davon, dass meine eigene Gemeinde auch nicht verschont geblieben war. Die Polizisten nahmen unseren zweiten Pastor fest. Sie beschuldigten unsere Gemeinde, mit ihrem Lobpreis gegen eine Lärmschutzverordnung verstoßen zu haben – ohne jegliche Beweise.“

Am nächsten Tag musste Pastor Victor selbst zur Polizeiwache, um eine hohe Geldstrafe zu zahlen, damit sein zweiter Pastor freikam. Zwei Monate später standen die Polizisten erneut in seiner Gemeinde. Sie forderten ihn auf, die Trommeln der Gemeinde in ihren Wagen zu laden. Doch Pastor Victor widersetzte sich mutig: „Nein, das werde ich nicht tun. Wir benutzen die Trommeln, um Gott zu verherrlichen.“

Die Polizisten starrten ihn an – überrascht von so viel Entschlossenheit. Schließlich zwangen sie einen Passanten, die Trommeln und andere Instrumente in den Polizeiwagen zu laden. Auch Pastor Victor nahmen sie mit und sperrten ihn in eine Zelle. Drei Tage lang fastete und betete er. „Ich machte mir bewusst, dass dies Teil des Opfers war, das ich aufgrund meiner Nachfolge bringen musste“, sagt er. Nicht alle Gemeindemitglieder blieben so standhaft wie er. Viele verließen die Gemeinde – aus Angst vor der Polizei. Victor und die anderen Leiter waren ratlos: Warum plötzlich diese Verfolgung? Ihre Kirchen existierten seit Jahrzehnten und hatten bislang nie Probleme mit den Behörden gehabt.

Hintergrund der Verfolgung

Bald kam die Erklärung: Hinter der Verfolgung steckte eine Voodoo-Vereinigung in Savalou. Sie ist einflussreich und allseits sichtbar. Vor allem an ihren Festivaltagen ziehen ihre Anhänger in auffälligen Kostümen durch die Straßen, manche verkleidet als Teufel, um ihre Macht zu demonstrieren. Sie errichten Altäre und bringen darauf Tieropfer dar. Das Evangelium empfinden sie als Bedrohung für ihre Macht und Rituale.

Kurz vor der Verfolgungswelle begann eine neue Kirche, ihre Gottesdienste in der Nähe des Hauses eines Voodoo-Anhängers zu feiern. Das machte ihn anscheinend wütend. Denn er fing an, während der Gottesdienste Steine auf die Kirche zu werfen. Bald folgten ihm andere Voodoo-Anhänger und beschwerten sich bei den Behörden – die Verhaftungen begannen.

Neue Welle der Verfolgung

Im Februar 2024 wurden vier Pastoren von verschiedenen Gemeinden in der Gegend verhaftet und mit Geldstrafen belegt. Im August 2024 eskalierte die Situation erneut. Wieder gerieten Kirchen ins Visier der Behörden. Marc Djosso, der zweite Pastor einer Kirche in Salavou, predigte, während Thalia Yacoubou, eine Glaubensschwester, die Predigt in die Mahi-Sprache übersetzte. Plötzlich stürmte die Polizei den Gottesdienst und nahm beide fest. „Ich dachte an meine Kinder“, erinnert sich Thalia. „Wer würde sich um sie kümmern? Was würde als Nächstes passieren? Würde ich ins Gefängnis kommen? Würden sie mich schlagen?“

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Schließlich sperrten die Polizisten Thalia in eine winzig kleine Zelle. Sie war kaum einen Quadratmeter groß. „Ich konnte mich weder hinlegen noch richtig sitzen. Manchmal weinte ich in der Zelle, aber ich sagte mir: ‚Wenn ich wegen Jesus Christus hier bin, dann sei ihm alle Ehre.‘“ Marc wurde in einem anderen Teil des Gefängnisses untergebracht: „Ich dachte: Ich habe niemanden umgebracht, um so zu leiden“. Auch ihr Hauptpastor wurde inhaftiert und kam schließlich in dieselbe Zelle wie Marc. Sie ermutigten sich gegenseitig und erzählten anderen Gefangenen von Jesus. Währenddessen beteten die Gemeindemitglieder unaufhörlich für sie. Nach neun Tagen Haft kamen Marc, Thalia und ihr Pastor schließlich frei.

Frei, aber nicht sicher

Pastor Victor erinnert sich an seine Zeit in der Zelle – an die Angst, das Fasten und die Gebete. „Als ich das erste Mal in der Zelle war, stellte ich viele Fragen: ‚Herr, warum muss ich leiden? Warum bin ich hier? Was hast Du mit mir vor?‘ Doch dann offenbarte mir der Heilige Geist durch die Bibel, dass dieses Leid dazu dient, dass sich das Evangelium verbreitet. Und dann erinnerte ich mich an die Bergpredigt, in der Jesus sagt, dass jene glücklich gepriesen werden, die um seines Namens willen leiden.“

Nach ihrer Freilassung setzten die Pastoren ihren Dienst fort. Einige der Gemeindemitglieder kehrten zu den Gottesdiensten zurück. Gemeinsam beten sie heute für Mut und Standhaftigkeit für sich, und um geistlichen Durchbruch für die Voodoo-Anhänger in ihrer Nachbarschaft.

„Wir wollen nicht, dass unsere Verfolger in ihren Sünden sterben“, sagt Pastor Joseph Drissou. Er lehrt seine Gemeinde zu vergeben: „Wir haben unseren Verfolgern vergeben und wünschen uns, dass sie eines Tages zu uns kommen und sagen: ‚Wir möchten, dass ihr uns helft, den Herrn zu erkennen, damit wir gemeinsam Gott loben und anbeten können.‘“

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Als Christin allein in der Ehe

Ein solcher ehemaliger Voodoo-Anhänger war Bernard. Zwei Jahrzehnte flehte seine Frau Amadine, die Christin geworden war, ihn an: „Bitte, lass uns zusammen Jesus folgen.“ Doch Bernard blieb stur und machte ihr das Leben schwer. Jedes Mal, wenn Amadine die Kinder mit in die Kirche nahm, sperrte Bernard sie aus. Er ließ sie draußen schlafen und hungern. Die Kinder wuchsen heran und begannen selbst, Jesus nachzufolgen. Das verärgerte Bernard noch mehr. Aus Wut verweigerte er seinen Kindern die Schulgebühren und verbot ihnen, weiter zur Schule zu gehen. Zwanzig Jahre lang hielt Amadine durch. Sie arbeitete als Friseurin, verkaufte Essen, um ihre Familie zu ernähren, und blieb im Glauben standhaft.

Ein Wunder der Bekehrung

Im Jahr 2023 eskalierte die Situation: Bernard schlug Amadine brutal zusammen, zerstörte ihr Eigentum und warf sie aus dem Haus. „Mein ganzes Gesicht war entstellt“, erzählt Amadine. „Als er das tat, nahm ich meine Sachen und die Kinder und bin weggegangen.“


Kurz darauf erhielt sie eine überraschende Nachricht: Bernard habe sich verändert. Ihr Pastor sagte: „Bitte komm zurück nach Hause. Bernard hat sich entschieden, Jesus nachzufolgen!“ Als Amadine zurückkehrte, fand sie einen völlig anderen Mann vor. Bernard besuchte regelmäßig die Kirche, las in der Bibel und bezeugte offen seinen Glauben. Wenn seine ehemaligen Voodoo-Freunde kamen, um ihn zu Ritualen abzuholen, sagte er nur: „Ich bin nicht mehr dabei. Ich gehöre jetzt Jesus!“ Das machte diese „Freunde“ wütend. Zwei Monate später bot einer von ihnen Bernard einen Job in der Baubranche an. Doch Bernard und Amadine erkannten nicht, dass das eine Falle war. Bernard nahm die Arbeit an und kehrte schon am ersten Tag mit starken Bauchschmerzen heim. Amadine brachte ihn sofort ins Krankenhaus, doch Bernard starb – vermutlich an einer Vergiftung.

Glaube trotz Verlust

Amadine war am Boden zerstört. Warum war ihr gemeinsamer Weg mit Jesus so kurz? Mitten in der Trauer verlor Amadine auch noch ihr Zuhause: Bernards Familie nahm ihr und den Kindern das Haus weg. „Sie gaben mir die Schuld an seinem Tod“, sagt sie. „Sie behaupteten, ich habe einen Fluch über ihn gebracht, weil ich ihn mit in die Kirche genommen hatte.“

Trotz allem hält Amadine fest an ihrem Glauben: „Eines weiß ich ganz sicher, und zwar, dass der, dem ich vertraue, mich niemals im Stich lässt. Jesus wird mich niemals verlassen.“

Seit Bernards Tod ist Amadine auf Hilfe angewiesen. Sie versucht, sich und ihre Kinder durchzubringen. Jeden Tag singt sie voller Dankbarkeit für den Gott, der sie vor zwanzig Jahren aus der Dunkelheit gerettet hat: „Ich danke dir, mein Gott. Ich möchte alles tun, um der ganzen Welt zu verkünden, dass du der einzig wahre Gott bist.“

Bitte beten Sie

für die Christen in Benin, dass sie trotz Verfolgung das Evangelium mutig weitergeben können. Beten Sie auch für die Voodoo-Anhänger, dass sie Jesus erkennen und vom Bösen befreit werden.

Abzugsfähigkeit

Gut zu wissen

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Selbst Zeuge Sein

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Die HMK veröffentlicht persönliche Erlebnisse verfolgter Christen. Denn sie berichten von der Gnade Gottes. Dadurch werden Christen im Westen zu Hingabe in der Nachfolge Jesu und zum eigenen, mutigen Zeugnis herausgefordert.

Verfolgung Biblisch Einordnen

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Die Erfahrungen verfolgter Christen und ihr Zeugnis lassen uns einen neuen und klareren Blick auf biblische Wahrheiten gewinnen. Wir lernen von den Verfolgten, dass Leiden zum Christsein gehört, weil auch Jesus gelitten hat. Wir sehen, wie Gott in diesem Leiden trägt.

Die biblische Sicht von Verfolgung wollen wir als Herausforderung und Ermutigung im deutschsprachigen Raum weitergeben.

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