Jiris Beshara wollte gerade den Angreifer überwältigen, als dieser die Bombe zündete und ihn mit in den Tod riss. Seine beiden Brüder mussten alles mit eigenen Augen mitansehen und wurden dabei auch noch schwer verletzt durch die Explosion. Auch ihre Schwester Mariam kam bei dem Angriff ums Leben – eine Tragödie, die die gesamte Familie erschütterte.
Am 22. Juni 2025 verübte ein Terrormitglied des sogenannten „Islamischen Staates“ einen Anschlag auf den Gottesdienst in der Mar-Elias-Kirche in Damaskus. Dabei wurden über 20 Menschen getötet und mehr als 50 schwer verletzt. Nur einen Monat später, im Juli 2025, gerieten Christen in as-Suweida ins Kreuzfeuer bewaffneter drusischer Milizen und der syrischen Armee.
Unsere Projektpartner vor Ort kümmern sich um die Opfer dieser Anschläge. Dieser Bericht richtet den Blick besonders auf die Betroffenen aus Damaskus – auf kurze Zeugnisse von Menschen, die tief verwundet und traumatisiert und auf die Hilfe des Herrn und seiner Gemeinde angewiesen sind.
Jiris, Mariam und Simon – Heimgegangen zum Herrn
Jiris Beshara und seine Schwester Mariam hinterlassen eine riesige Lücke in ihrer großen Familie. Die Brüder, die den Anschlag überlebten, aber alles miterlebt hatten, leiden auch jetzt noch nicht nur seelisch, sondernauch körperlich unter den Folgen ihrer Verletzungen. Ihre Schwester Haifa konnte den Schmerz nicht verkraften. Sie erlitt einen Herzinfarkt und bleibt seitdem gesundheitlich angeschlagen. Doch durch das Team unseres Projektpartners durften sie in dieser schweren Zeit Hilfe und Begleitung erfahren.
Auch Simon fiel dem Anschlag zum Opfer. Er war ein Mann, der den Herrn von ganzem Herzen liebte und jeden Sonntag treu die Gottesdienste besuchte. Auch am Tag des Anschlags war er in der Mar-Elias-Kirche. Seine Tochter
Jenny hörte die Explosion, die durch das gesamte Christenviertel al-Duwaila hallte und die ganze Nachbarschaft erschütterte. Sie ahnte nichts Gutes. Jenny versuchte sofort, ihren Vater telefonisch zu erreichen, doch sie bekam keine Antwort. Von Angst getrieben, machte sie sich auf den Weg zur Kirche. Dort erfuhr sie, dass ihr Vater ins Krankenhaus gebracht worden war. Als sie bei ihrem Vater ankam, lag er in seinen letzten Zügen. Die ganze Familie war erschüttert. Es begann eine Zeit tiefer seelischer Schmerzen. Das Team unseres Projektpartners besuchte Simons Familie regelmäßig, teilte Gottes Wort mit ihnen und betete für Trost und Kraft.
Jenny hörte die Explosion, die durch das gesamte Christenviertel al-Duwaila hallte.
Sally – Leben mit Angst und Trauma
Auch Sally Al-Nasr war an diesem Tag mit ihren Kindern im Gottesdienst. Als sie den Attentäter sah, wusste sie, ihr Leben würde sich für immer verändern. Die Explosion verursachte massive Zerstörung und verletzte viele Menschen, die sich an diesem Sonntagmorgen in der Kirche versammelt hatten. Sally verlor durch die Wucht der Explosion das Bewusstsein und erlitt durch die Explosion schwere Verletzungen im Rücken und in der Schulter. Einer ihrer Söhne wurde am Kopf verletzt. Beide wurden ins Krankenhaus gebracht und behandelt.
Bis heute leidet Sally unter den seelischen Folgen des Angriffs. Die Bilder lassen sie nicht mehr los, und Angst bestimmt ihren Alltag. Auch ihr Sohn ist tief verunsichert. Die Familie wurde über längere Zeit von unserem Partner begleitet und betreut.
Christine – Bewahrt und zum lebendigen Glauben gefunden
Christine Hallak wurde ebenfalls bei dem Anschlag schwer verletzt. Eine Kugel durchbohrte ihren Oberschenkel. Sie berichtete von der Angst und dem Schrecken, die sie während der Explosion erlebte. Zunächst bemerkte sie ihre Verletzung nicht. Erst außerhalb der Kirche erkannte sie, dass sie stark blutete. Als ihre beiden Söhne die Explosion hörten, eilten sie sofort zur Kirche. Dort fanden sie ihre Mutter am Boden liegend, vor Schmerzen unfähig sich zu bewegen. Sie brachten sie ins Krankenhaus, wo Christine operiert werden konnte.
Bei einem Besuch erzählte sie dem Team unseres Projektpartners, dass sie den Herrn Jesus liebt und ihm vertraut, dass er alles wieder gut machen wird. Trotz aller Schmerzen ist sie dankbar, dass ihr Leben bewahrt wurde.
Obwohl sie vor dem Anschlag viel in der Bibel las und regelmäßig in die Kirche ging, war sie noch nicht zum lebendigen Glauben durchgebrochen. Das Team konnte ihr während intensiver Gespräche das Evangelium erklären. Heute lebt Christine in einer persönlichen Beziehung zu Jesus.
Außerdem ermutigte das Team unseres Projektpartners die Betroffenen mit Römer 8,28: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind“ und mit Johannes 16,33: „Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Heute sagt Christine Hallak: „Das Wort Gottes hat Frieden in mein Herz gebracht“.
Hilfe durch den Leib Christi
Die betroffenen Familien erhielten monatlich finanzielle Unterstützung, um grundlegende Ausgaben wie Lebensmittel, Miete und medizinische Versorgung decken zu können. In einer Zeit, die von Trauer, Schmerz und wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt war, besuchte das Team unseres Partners die betroffenen Familien regelmäßig zu Hause, hörte zu, betete mit ihnen, stärkte sie im Wort Gottes. Dabei wurde deutlich, wie wichtig die persönliche Begleitung ist. Viele Familien empfanden die Besuche als ebenso wertvoll wie die finanzielle Unterstützung. Sie fühlten sich von Gott gesehen und von der Gemeinde Jesu ermutigt.
Auch geistlich zeigte sich eine tiefe Wirkung: Die Familien fanden neue Zuversicht und Kraft. Viele erlebten die Hilfe als Zeichen, dass Gott sie nicht vergessen hat.
Bitte beten Sie,
für die betroffenen Menschen in Syrien, dass sie dem Herrn vertrauen und er ihre Herzen und Wunden heilt.