Galgalo wuchs in armen Verhältnissen auf. Als katholische Missionare eine christliche Schule in seiner Heimat eröffneten, schickten ihn seine Eltern dorthin, weil die Schule kostenlos war. Dort hörte Galgalo zum ersten Mal das Evangelium – eine Botschaft, die sein Leben veränderte. Als er sich später als Christ bezeichnete, stellte ihn sein Vater vor eine harte Wahl. Er sagte: „Entweder Du bekennst dich zum Islam oder du bist nicht mehr länger mein Sohn“. Galgalo entschied sich für Jesus – und verlor dadurch seine Familie.
Galgalo wuchs in Merti auf, einer Region, die fast vollständig muslimisch geprägt ist. Rund fünfundneunzig Prozent der Einwohner bekennen sich zum Islam, Christen bilden nur eine kleine Minderheit. Entsprechend groß ist der gesellschaftliche Druck auf Menschen,
die den Islam verlassen. Auch Galgalo bekam das zu spüren. Als er sich weigerte, sich als Muslim zu bezeichnen, setze ihn sein Vater vor die Tür. Sein Wunsch zu studieren, schien damit unmöglich zu werden. Doch dann passierte ein Wunder. Galgalo lernte einige Christen aus der Umgebung kennen.
Die halfen ihm finanziell bei seinem Studium. So konnte er Lehrer werden. Nach Abschluss seines Studiums kehrte Galgalo nach Merti zurück und heiratete eine muslimische Frau. Dort geriet er wegen seines Glaubens erneut unter Druck. Muslime aus dem Umfeld suchten immer wieder Diskussionen mit ihm. Sie kannten viele Bibelstellen und wollten Widersprüche aufzeigen.
Galgalo begann deshalb intensiv die Bibel zu lesen und merkte, dass sein bisheriger Glaube nur oberflächlich war. Als er das erkannte, übergab er sein Leben Jesus und begann regelmäßiger in der Bibel zu lesen.
Bedrängung und offene Drohungen
Ab diesem Zeitpunkt begann Galgalo auch, den Menschen in seinem Umfeld vom Glauben zu erzählen, und konnte viele Herzen für Jesus gewinnen – auch das Herz seiner Frau. Gemeinsam mit den neu bekehrten Christen trafen sie sich regelmäßig, lasen in der Bibel und beteten miteinander. Die Gruppe blieb jedoch nicht unbehelligt: Islamische Führer setzten sie massiv unter Druck, sodass einige Christen schließlich aus ihrer Heimat fliehen mussten
Zwar entschied sich Galgalo zu bleiben, allerdings wurde er als Lehrer in ein anderes Dorf versetzt. Dort begann er, seinen Schülern aus der Bibel vorzulesen und mit ihnen zu beten. Zwölf Jugendliche fingen ein Leben mit Jesus an. Als muslimische Dorfälteste davon erfuhren, formierte sich Widerstand.
Eines Tages zog eine Gruppe bewaffneter Männer durchs Dorf und suchte nach Galgalo. „Der Scheich hatte die Gruppe aufgefordert, mich zu töten oder zu vertreiben“, sagt Galgalo. Aber als sie ihn gefunden hatten, stellte sich plötzlich eine muslimische Frau aus dem Dorf zwischen ihn und seinen Angreifern und sagte: „Wir wissen, dass er ein ‚Kafir‘, ein Ungläubiger, ist, aber er ist wegen unserer Kinder hier, um ihnen einen guten Schulabschluss zu ermöglichen. Wer ihm etwas antut, muss zuerst an mir vorbei.“ Die Gruppe war überrascht und zog sich wie durch ein Wunder zurück. „Gott rettete mein Leben durch diese Frau“, sagt Galgalo.
Trotzdem hörte die Bedrängung nicht auf. Unter dem ständigen Druck verlor Galgalos Frau mehrere Kinder während der jeweiligen Schwangerschaften. Nach achtzehn Monaten kehrte er nach Merti zurück und begann erneut, das Evangelium zu verkünden. Menschen kamen zum Glauben, und nach und nach entstand dort eine christliche Gemeinde.
„Gott rettete mein Leben durch diese Frau.“
Kampf um Land und Wasser
Ein Mitglied stellte ein kleines Grundstück zur Verfügung, auf dem sie ein einfaches Gebäude für Gottesdienste errichteten. Doch je mehr die Gemeinde wuchs, desto stärker wurde der Widerstand. Während ihrer Treffen wurde das Gebäude mit Steinen beworfen, sodass sie zeitweise Polizeischutz brauchten. Galgalo begann, jede Drohung in einem Notizbuch festzuhalten. Schon bald war es voller Berichte über die Verfolgung der Gemeinde.
Weil die Gemeinde weiter wuchs, suchten sie nach einem größeren Grundstück. Die Behörden genehmigten ihnen jedoch nur ein trockenes Buschland außerhalb der Stadt. Sie rodeten das Gelände und beantragten Wasseranschlüsse, doch ihre Anträge wurden jahrelang abgelehnt. Gleichzeitig untersagten muslimische Führer den Gemeindemitgliedern die Nutzung der öffentlichen Wasserstellen. „Unsere Situation wurde immer schlimmer. Plötzlich hatten wir kein Wasser mehr“, sagt Galgalo. „In dieser Zeit sprach ich immer wieder ein simples Gebet: Herr, bitte mach Wege in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.“
Einige Zeit später erhielten sie Unterstützung von einer christlichen Hilfsorganisation. Auf dem Gelände der Gemeinde wurde ein Brunnen gebohrt. Entgegen den Erwartungen vieler Bewohner lieferte er sauberes Trinkwasser. Kurz darauf traf eine schwere Dürre die Region. Andere Wasserquellen trockneten aus. Der Brunnen der Gemeinde von Galgalo blieb jedoch erhalten.
Ein Brunnen der Hoffnung
Menschen aus dem muslimischen Teil der Stadt, die ihnen vorher feindlich bis ablehnend gegenübergestanden hatten, baten sie um Wasser. Die Gemeinde von Galgalo gab ihnen nicht nur Wasser für sie selbst, sondern auch für ihre Tiere. Dadurch veränderte sich das Verhältnis zwischen Muslimen und Christen. Einige ältere muslimische Männer entschuldigten sich später sogar bei Galgalo für frühere Drohungen und Anfeindungen.
Trotzdem bleibt die Lage schwierig. Die Gemeinde hat kaum Geld, um einen Pastor zu bezahlen. „Letztes Jahr kam ich an meine Grenze. Ich wollte alles hinschmeißen und weggehen. Aber dann dachte ich, wenn ich gehe, wer wird den Menschen hier dann die Hoffnung aus dem Evangelium bringen? Es gibt an diesem Ort kaum Missionare und Pastoren. Deshalb habe ich mein Leben in den Dienst des Herrn gestellt.“
Bitte beten Sie
für Galgalo, dass der Herr ihn reichlich segnet – privat, beruflich, im Glauben und im Dienst.